Deutsch English
09.09.2010
Top-Thema

Interview King Arthur

"Ich weiß, was auf dem Spiel steht"

Cleverly erwartet Top-Fight

Murat-Gegner im Interview: "Alles weist auf einen großen Kampf hin!"

Top-Video
Video ansehen
Boxer
Cengiz Koc - Quickjump
Übersicht Cengiz Koc-Boxer

Allgemeine Angaben

Geburtsdatum:

09. September 1977

Gewichtsklasse:

Schwergewicht

Nationalität:

Deutschland

Größe:

1,85 m

Auslage:

Normalausleger

Wohnort:

Berlin

Geburtsort:

Gronau

Ausbildung:

Immobilienkaufmann

Hobbys:

Motorradfahren, Schauspielerei

Profidebüt:

27. Januar 2001

Trainer:

Oktay Urkal

Profirekord

27 Kämpfe: 24 (KO 15) Siege, 0 Unentschieden, 3 Niederlagen

 

Amateurrekord

32 Kämpfe: 23 Siege, 7 Niederlagen, 2 Unentschieden

Größter Erfolg als Amateur:

Dritter Platz bei den Amateur-Europameisterschaften 2000

Er ist ein ganz charmanter, attraktiver, männlicher Typ - Cengiz Koc, seit 1. Januar 2001 Profi im Sauerland-Team. Der sympathische junge Mann zieht nicht nur die Blicke im Ring auf sich. Denn der Schwergewichtler, der am 9. September 1977 in Gronau geboren wurde und in Berlin aufgewachsen ist, ist ein Allround-Talent - als Kickboxer, Boxer und Schauspieler.

Rückblende: 1988, im Alter von elf Jahren sucht Koc eine Sportschule in Berlin auf und beginnt dort mit dem Kickbox-Training. "Meine Mutter war davon nicht recht begeistert", sagt Koc heute, "mein Vater hatte allerdings nichts dagegen, dass ich in meiner Freizeit Kampfsport ausübe." Koc, der in Berlin die Schule mit der Mittleren Reife abschloss, hatte im Kickboxen durchaus Erfolg: 1995 wurde er Europameister, 1996 Weltmeister.

Parallel dazu startete der gelernte Immobilienkaufmann eine weitere Karriere als Schauspieler. Zunächst trat er sieben Jahre lang im Theater Tiyatrom in Berlin auf, und erhielt ab 1994 die ersten Fernsehrollen. Ob in "Faust", "Alarm für Cobra 11", "Ein starkes Team", "Helicops", "Straßen von Berlin" - Koc war in den letzten Jahren immer wieder als Schauspieler gefragt. "Meist musste ich den Bösewicht mimen", sagt Koc lachend, "dabei bin ich privat ein ganz lieber Junge, der keiner Fliege was zu Leide tun kann."

1998 wechselte Koc zu den Box-Amateuren. "Ich hatte beim Kickboxen alles erreicht", erläutert der Junggeselle, "nun wollte ich testen, ob ich es als Boxer ebenfalls bis in die Weltelite schaffen kann." Koc schloss sich dem Boxring Hertha BSC Berlin an und wurde bereits 1999 Dritter bei den Deutschen Meisterschaften. 2000 gelang ihm der dritte Platz bei der Europameisterschaft und die Olympiateilnahme in Sydney.

Doch in Australien hatte Koc seine schwärzeste Stunde. Schon in der ersten Begegnung gegen den Kubaner Rubalcaba schied er in der ersten Runde durch K.o aus. "Das war meine erste K.o-Niederlage", sagt er heute, "ich stand damals nicht fit im Ring, hatte eine Infektion und eine Bindehautentzündung. Ich konnte mich kaum auf den Beinen halten. Es war ein Riesenfehler, überhaupt anzutreten." Das olympische Turnier - eine große Enttäuschung für Koc, denn er hatte zuvor zweimal den späteren Olympiasieger Audley Harrison geschlagen.

Koc bewies aber wieder große Klasse beim anschließenden Auftritt im ZDF-Olympiastudio. Rhetorisch gewandt stellte er sich der Niederlage und präsentierte sich als guter Verlierer. Nach Sydney stand für Koc fest: "Ich wechsle ins Profilager. Dort bin ich mit meinem Kampfstil besser aufgehoben, da ich ein Boxer im Vorwärtsgang bin, der am liebsten die vorzeitige Entscheidung sucht." Der Entschluss, trotz einer Reihe interessanter Angebote, sich dem Box-Team Sauerland anzugliedern, fiel ihm leicht. "Finanzielle Überlegungen waren wirklich nicht ausschlaggebend", beteuert Koc, "vielmehr haben mich die Menschlich- und Herzlichkeit von Manager Wilfried Sauerland überzeugt."

Koc, dessen boxerisches Vorbild Mike Tyson ist, hat sich trotz seiner drei Niederlagen einiges vorgenommen. "Ich will nicht nur dabei sein. Ich will eines Tages Weltmeister werden", meint Koc. Darauf angesprochen, ob er mit diesen Zielen den Mund nicht etwas voll nimmt, erwidert Koc: "Man muss das schier Unmögliche verlangen, um das Mögliche zu erreichen." Sein Lebensmotto, das Bestand haben soll - denn darüber hinaus ist sich Koc heute schon sicher: "Nach Beendigung meiner Box-Karriere setze ich meine Schauspiel-Karriere fort. Vielleicht schaffe ich es, so gut wie mein großes Vorbild Mario Adorf zu werden."

 

1.) 27.01.2001 Riesa: Technischer K.o.-Sieg (1. Runde) James Sealey (USA)

2.) 17.02.2001 London: Punktsieg (4 Runden) Nigel Rafferty (England)

3.) 24.03.2001 Magdeburg: K.o.-Sieg (2. Runde) Ergin Zolmaz (Türkei)

4.) 21.04.2001 Erfurt: Punktsieg (4 Runden) Darryl Morgan (USA)

5.) 09.06.2001 Nürnberg: K.o.-Sieg (2. Runde) Anthony Abrams (USA)

6.) 01.09.2001 Magdeburg: K.o.-Sieg (2. Runde) George Chamberlain (USA)

7.) 01.12.2001 Dortmund: Technischer K.o.-Sieg (1. Runde) Peter Boldan (Ungarn)

8.) 16.03.2002 Magdeburg: Punktsieg (6 Runden) Roman Bugaj (Polen)

9.) 27.04.2002 K.o.-Sieg (1. Runde) Marco Heinichen (Deutschland)

10.) 01.06.2002 Nürnberg: K.o.-Sieg (2. Runde) Istvan Kecskes (Ungarn)

11.) 24.08.2002 Leipzig: Technischer K.o.-Sieg (2. Runde) Dirk Wallyn (Belgien)

12.) 28.09.2002 Zwickau: Technischer K.o.-Sieg (5. Runde) Hein van Bosch (Südafrika)

13.) 16.11.2002 Nürnberg: Punktsieg (6 Runden) Thierry Guezouli (Frankreich)

14.) 01.02.2003 Chemnitz: K.o.-Sieg (4. Runde) Wade Lewis (USA)

15.) 15.03.2003 Berlin: Technischer K.o.-Sieg (3. Runde) gegen Thomas Williams (USA)

16.) 22.11.2003 Riesa: Punktsieg (6 Runden) gegen Marcel Zeller (Deutschland)

17.) 28.02.2004 Dresden: K.o.-Sieg (3. Runde) Jeff Ford (USA)

18.) 17.04.2004 Berlin: Punktsieg (8 Runden) Ramón Earl Hayes (USA)

19.) 24.07.2004 Frankfurt (Oder): Punktsieg (6 Runden) Terry McGroom (USA)

20.) 23.10.2004 Berliner Tempodrom: Technischer K.o.-Sieg (7. Runde) Cerrone Fox (USA).

21.) 18.12.2004 Bayreuther Oberfrankenhalle: Punktsieg (8 Runden) Marcelo Fabian Dominguez (Argentinien)

22.) 23.04.2005 Dortmunder Westfalenhalle: Punktniederlage (10 Runden) Michael Sprott (UK)

EU-Meisterschaft im Schwergewicht

23.) 16.07.2005 Arena Nürnberger Versicherung: Technischer K.o.-Sieg (2. Runde) Marcus Rhode (USA)

24.) 01.10.2005 EWE Arena Oldenburg: K.o.-Sieg (1. Runde) Chris Lewallen (USA)

25.) 28.01.2006 Tempodrom Berlin: Punktniederlage (12 Runden) Paolo Vidoz (Italien)

Europameisterschaft im Schwergewicht

26.) 04.11.2006 RWE Rhein-Ruhr Sporthalle Mülheim an der Ruhr: Punktniederlage (12 Runden) Timo Hoffmann (Polleben) Kampf im Schwergewicht

27.) 30.08.2008 Berlin: Punktsieg (8 Runden) René Dettweiler (Deutschland)

Bilanz: 27 Kämpfe - 24 Siege (15 K.o.´s) 3 Niederlagen