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Cunningham in Berlin

Der Amerikaner Steve Cunningham (Fotos: Photo Wende und SE)
Ex-Champion nimmt in Deutschland wieder große Erfolge ins Visier
Steve Cunningham (22-2, 11 K.o.´s) ist wieder in Deutschland! Am Sonntag reiste der frühere IBF-Weltmeister im Cruisergewicht mit seinem Team aus den Vereinigten Staaten nach Berlin. In der deutschen Hauptstadt holt sich der 33-jährige Amerikaner derzeit im Max-Schmeling-Gym den letzten Feinschliff für seinen Kampf am 5. Juni. Im Jahnsportforum Neubrandenburg trifft er an diesem Abend auf den Kanadier Troy Ross (23-1, 16 K.o.´s). Dabei geht es um den derzeit vakanten WM-Titel der International Boxing Federation, den der US-Kämpfer im Dezember 2008 an Tomasz Adamek verloren hatte. Da der Pole inzwischen ins Schwergewicht wechselte, wird ein neuer Champion ermittelt. Im Gespräch verrät uns Steve Cunningham, wie er die Chancen sieht, erneut Weltmeister zu werden.
Herr Cunningham, für viele Menschen war es eine Überraschung, dass Sie ins Sauerland-Team wechselten. Können Sie uns ein bisschen mehr dazu sagen?
Steve Cunningham: Ich hatte schon länger Interesse, bei einem Promoter in Europa anzuheuern. Das Publikum in Deutschland ist fantastisch. Außerdem gibt es hier eine Vielzahl guter Cruisergewichtler und somit auch ein riesiges Interesse an dem Limit. In den USA ging es nicht so richtig voran. Deshalb war es Zeit, in eine andere Richtung zu gehen.
Gerade im Sauerland-Team gibt es zum Beispiel mit Marco Huck, Yoan Pablo Hernandez und Alexander Frenkel eine große Konkurrenz. Sehen Sie das eher als Chance oder vielleicht auch als Problem?
Steve Cunningham: Ich arbeitete lange mit Don King zusammen. Da machte ich zuletzt nur wenige Kämpfe. Wenn man mehrere gute Cruisergewichtler in einem Team hat, gibt es sogar die Möglichkeit, Fights gegeneinander zu organisieren. Das ist manchmal für das Publikum durchaus interessant. Ich finde das deshalb auch gar nicht so schlecht.
Sie rechnen also damit, jetzt wieder häufiger zu boxen?
Steve Cunningham: Ja, definitiv. Das ist es, was ich will. Nur ein- oder zweimal im Jahr zu kämpfen, das ist zu wenig. Ich bin in der Lage, häufiger in den Ring zu steigen.
Bevor Sie im Dezember 2007 in Deutschland gegen Marco Huck boxten, hatten Sie gerade eine Pizzeria eröffnet. Gibt es die eigentlich noch?
Steve Cunningham: Natürlich. Allerdings war das neben dem Boxen doch zu viel Aufwand für uns. Da der Sport im Vordergrund steht, habe ich mich mit meiner Frau dazu entschlossen, den Laden zu vermieten.
Nach dem Kampf gegen Huck im Jahr 2007 mussten Sie sich im Dezember 2008 Tomasz Adamek geschlagen geben. Was ging an diesem Tag schief?
Steve Cunningham: Naja, es war ja ein 2:1-Urteil für Tomasz Adamek. Das zeigt, dass der Kampf sehr ausgeglichen war und über das Urteil durchaus diskutiert wurde. Es war ein wirklich guter Kampf. Ich kann nicht sagen, dass etwas schief ging. Die einzige Sache, die nicht passte, war das Ergebnis.
Danach meldeten Sie sich aber mit einem Sieg gegen den früheren WBC-Weltmeister Wayne Braithwaite eindrucksvoll im Ring zurück...
Steve Cunningham: Das war ein großartiger Fight. Durch den Erfolg sicherte ich mir Platz eins der IBF-Weltrangliste und das erneute Recht, um den Titel zu boxen. Bei diesem Kampf war zum ersten Mal Naazim Richardson dabei, der inzwischen mein Head-Coach ist.
Ihr Gegner am 5. Juni ist Troy Ross. Was wissen Sie über ihn?
Steve Cunningham: Er ist ein starker Kämpfer. Er agiert druckvoll und scheint, einen harten Schlag zu haben. Er nahm zweimal an den Olympischen Spielen teil, war Commonwealth-Champion und gewann eine Contender-Serie. Er will seine Chance nutzen und gegen mich gewinnen.
Sie erwarten also einen Troy Ross in der Form seines Lebens?
Steve Cunningham: Definitiv. Deshalb habe ich hart im James Shuler Memorial Gym in Philadelphia trainiert. Auch die Tatsache, dass wir so früh nach Deutschland gekommen sind, zeigt, von welcher Bedeutung der Kampf gegen Ross ist. Am 5. Juni habe ich die Chance, den IBF-Gürtel zurück zu gewinnen. Das ist eine große Möglichkeit, die mir eventuell noch viele andere Türen öffnet. Doch erst einmal geht es nur um den Fight gegen Troy Ross und nicht um Dinge, die danach passieren könnten.
Eintrittskarten für die Boxgala am 5. Juni sind über die Tickethotline 01805 / 57 00 44 (€ 0,14 / min, Mobilfunkpreise max. € 0,42 / min) und bei www.eventim.de erhältlich.
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