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Mittwoch, 2005-10-26

Erdei schlägt Sanoune

TKO in Runde 12

Zsolt Erdei (31) hat in einem atemberaubenden Fight bis zur völligen Erschöpfung seinen Titel als Weltmeister im Halbschwergewicht der WBO erfolgreich verteidigt. Durch technischen K.o. 43 Sekunden vor Ultimo in der 12. und letzten Runde setzte er sich vor 2800 Zuschauern in der Brandberge-Halle von Halle/Saale gegen den ebenso schwankenden Franzosen Mehdi Sahnoune durch. Selber mehrfach dem K.o. nahe, nagelte der Ungar mit allerletzter Kraft den permanent attackierenden Herausforderer in dessen Ecke fest, so dass Ringrichter Joe Cortez (USA) das packende Duell abbrach.
Sekunden nach dem an Intensität, Leidenschaft und Tempo kaum zu überbietenden Kampf sank Erdei in der Ringmitte mit schmerzverzerrtem Gesicht auf die Knie, riss die Arme nach oben und hatte Tränen in den Augen. Unten am Ring schluchzte seine ihm vor drei Monaten angetraute Frau Arabella hemmungslos.
Wegen einer unmittelbar vor Abschluss der Vorbereitung in Los Angeles zugezogenen starken Rippenprellung, die zunächst als Bruch gedeutet worden war, wollte Erdei den Kampf eigentlich absagen. Doch nachdem er das ursprünglich für den 1. Juli vorgesehene Duell bereits wegen einer Magen-Darm-Grippe hatte ausfallen lassen müssen, wollte er sich diese Schmach nicht noch einmal antun und ließ seine Pein durch Spritzen lindern. "Ich hatte große Schmerzen, durch die Prellung habe ich kaum Luft bekommen", berichtete der sympathische Ungar. "Bereits nach der ersten Runde habe ich gemerkt, dass ich nicht gut drauf bin."
In der fünften und sechsten Runde wollte Erdei Schluss machen. "Ohne Fritz hätte ich aufgegeben", verriet er und lobte Trainer Sdunek für dessen psychologisches Geschick. "Jetzt habe ich gezeigt, dass ich Herz habe. Das war ein Riesenkampf. Ich weiß nicht, woher ich die Reserven geholt habe", meinte der in nunmehr 23 Profi-Kämpfen ungeschlagene Sportler. Derweil suchte Ex-Weltmeister Sahnoune, der seine zweite Niederlage in 33 Kämpfen bei 27 K.o.-Siegen hinnehmen musste, nach Erklärungen. "Ich habe bis zum Schluss an den Sieg geglaubt. Es passieren mysteriöse Sachen im Boxen. Die kann man nicht erklären."