Deutsch English
12.02.2012
Top-Thema

WBA sucht die Besten!

Abstimmung der WBA läuft - Povetkin und Braekhus stehen zur Wahl

Abraham kämpft in Kiel

Vorverkauf läuft - früherer Champion hat wieder WM-Titel im Visier

Top-Video
Video ansehen

 

 

NEWS
Samstag, 2010-09-04

"Hurrikan" besucht Gefängnis

Sylvester besucht die JVA Neubrandenburg (Fotos: SE)

Hinter Gittern: IBF-Weltmeister engagiert sich gegen Fremdenfeindlichkeit

Sebastian Sylvester ist gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus! Und weil das so ist, hatte der IBF-Weltmeister im Mittelgewicht auch großen Spaß daran, mit Häftlingen aus der Jugendvollzugsanstalt Neubrandenburg über diese Themen zu diskutieren. Im Rahmen des Xenos-Projektes wollte der 30-Jährige unter dem Motto "Ein Me(h)er von Toleranz in M-V" durch sein Mitwirken an einer Gesprächsrunde dafür sorgen, dass es eine gewisse Sensibilisierung für derartige Thematiken gibt - mit Erfolg! Der Box-Champion gab aber auch Auskünfte über Fragen aus dem Alltag und dem Sport.

Besonders staunten die knapp 40 Teilnehmer über den Trainingsaufwand, den der Schützling von Coach Karsten Röwer betreiben muss. "In der Woche trainiere ich insgesamt elfmal", berichtete der IBF-Champion im Mittelgewicht. "Meine Familie bekommt mich in der direkten Wettkampfvorbereitung nur am Wochenende zu sehen. Wenn man erfolgreich arbeiten will, dann müssen alle an einem Strang ziehen. Man nimmt eine Menge Strapazen auf sich, damit die Leistung stimmt. Privatsphäre gibt es auch nicht. Durch die strengen Dopingbestimmungen gibt es immer jemand, der weiß, wo ich bin."

Sylvester machte klar, dass in seinem Sport Werte wie Respekt, Hochachtung und Toleranz eine wichtige Rolle spielen. "Wenn man einen Gegner aufgrund seiner Herkunft oder anderer Merkmale unterschätzt, ist das schon der Anfang vom Ende. Dann sitzt man im Ring schneller auf dem Hosenboden, als einem lieb ist." Darüber hinaus diene das Boxen dazu, Aggressionen abzubauen. "Auseinandersetzungen werden auf sportlicher Basis ausgetragen. Im Ring, im gleichen Gewichtslimit und nach Regeln mit einem Ringrichter. Deshalb ist das Boxen ein sehr fairer Sport", so der gebürtige Greifswalder.

Der Sport sei in der heutigen Zeit ein wichtiges Instrument, junge Menschen auf einen guten Weg zu bringen. "Bei mir selbst war es auch so. Der Sport vereint Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen und stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Sportvereine können zwar nicht komplett ersetzen, was in den Familien einiger junger Menschen zu kurz kommt, doch sie schaffen Ziele und Perspektiven." Zum Abschluss gab es noch ein paar aufmunternde Worte des IBF-Champions: "Ich hoffe, dass wir uns alle mal wieder sehen. Aber nicht hier in der JVA, sondern in der Freiheit - zum Beispiel bei einem meiner nächsten Kämpfe."

Eintrittskarten zum nächsten WM-Fight von Sebastian Sylvester, am 30. Oktober in der Stadthalle Rostock, sind über die Tickethotline 01805-570044 (€ 0,14/min., Mobilfunkpreise max. € 0,42/min.) und im Internet bei www.eventim.de erhältlich.