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Sonntag, 2010-11-14

Licina gewinnt WM-Ausscheidung

Enad Licina gewann die WM-Ausscheidung

Enad Licina gewann die WM-Ausscheidung (Fotos: Action Images)

Cruisergewichtler belohnt sich zum Geburtstag mit Platz eins der IBF-Weltrangliste

Große Freude bei Enad Licina: In der Nacht zu seinem 31. Geburtstag sicherte sich der Schützling von Trainer Karsten Röwer in Manchester das Pflichtherausforderungsrecht von IBF-Weltmeister Steve Cunningham. In einem Ausscheidungskampf kam er zu einem einstimmigen Punktsieg (117:112, 116:112 und 116:113) gegen den Amerikaner Felix Cora Jr. und wird sich somit auf Platz eins der IBF-Weltrangliste vorschieben.

Zunächst wirkte Licina in der MEN Arena überlegen. Gegen seinen in der Rechtsauslage agierenden Widersacher dominierte er mit variablen linken Führhänden und effektiven rechten Geraden deutlich. "Das war einer meiner schwersten Kämpfe. Insgesamt habe ich die klareren Treffer gehabt. Aber er hat von Anfang an ein sehr hohes Tempo vorgelegt", sagte Licina hinterher. Nach dem Ende der zweiten Runde wurde Cora Jr. offensiver.

Im dritten Durchgang überraschte der Amerikaner den bei Karsten Röwer trainierenden Konkurrenten mit einer Linken zum Kinn. Licina wackelte kurz, war aber in der Lage, diese schwere Phase zu überstehen. Danach wirkte Enad Licina aber nicht mehr so souverän wie noch in der Anfangsphase. Zwar waren seine Körper-Kopf-Aktionen weiterhin sehr effektiv, doch Cora Jr. agierte zeitweise kraftvoller.

Darüber hinaus schien Licina die Puste auszugehen. Das fiel auch seinem Coach auf. "In der Vorbereitung hat er einen besseren Eindruck hinterlassen. Doch es hat sich gezeigt, dass er Konditionsprobleme hatte", analysierte Röwer nach Ende des Fights. Doch Licina biss auf die Zähne. Er hielt seinen Gegner über weite Strecken auf Distanz und blieb mit seinen harten rechten Händen gefährlich.

Vor allem in der achten Runde musste er aber einige Treffer hinnehmen. Auch im neunten Durchgang geriet er an den Ringseilen in Bedrängnis. Danach bäumte sich Licina allerdings noch einmal auf und wirkte wieder sehr präsent. Zwar versuchte Felix Cora Jr. in den letzten beiden Runden, das Blatt noch einmal mit aller Macht zu wenden, doch auch dem 30-jährigen Amerikaner fehlten am Ende die nötigen Kraftreserven.