Kessler legt Green schlafen
Däne landet Hammer-K.o. gegen ehemaligen Super-Six Teilnehmer
Wiegen Kopenhagen
Sowohl Kessler als auch Green im geforderten Gewichtslimit
Pressekonferenz in L.A.

Fotos: Tom Casino / SHOWTIME
Einschüchterungsversuche prallen an King Arthur Abraham ab
Hoch her ging es am Mittwochnachmittag (Ortszeit Los Angeles) auf der offiziellen Pressekonferenz vor dem Super-Six-Halbfinale zwischen WBA-Super-Champion Andre Ward und King Arthur Abraham. In der Nacht von Samstag auf Sonntag (die ARD geht ab 1.15 Uhr live auf Sendung) kämpfen die beiden Kontrahenten unter freiem Himmel im Home Depot Center um den Einzug ins Finale. Virgil Hunter, der Trainer des ungeschlagenen Amerikaners, versuchte in einem minutenlangen Monolog, einen Keil zwischen Arthur Abraham und sein Team zu treiben. "Arthur, es ist ganz offensichtlich: Dass sich dein Promoter über die Offiziellen und die Besetzung des Kampfgerichts beschwert hat, ist ein klarer Beweis dafür, dass er das Vertrauen in Dich verloren hat und Dir den Sieg nicht zutraut. So einfach ist das. Dein Promoter glaubt nicht mehr an dich."
Über die Äußerungen Hunters konnten King Arthur und Wilfried Sauerland nur lachen. "So einen Schwachsinn habe ich selten gehört. Im Vertrag steht klipp und klar, dass der Ringrichter nicht aus Kalifornien, sondern aus einem neutralen Land zu kommen hat", stellte Sauerland klar. "Darauf haben wir bestanden und das haben wir durchgesetzt. Ward ist ein guter Boxer, aber er kämpft unsauber und teilt gerne Kopfstöße aus. Da wird auf den Ringrichter viel Arbeit zukommen. Wir haben unsere Lehren aus Mikkel Kesslers Niederlage gegen Ward gezogen. Damals kam der Ringrichter auch aus Kalifornien. Seine Leistung war unterirdisch."
Seit Wochen tobt hinter den Kulissen ein erbitterter Streit. Entgegen allen Absprachen hatte die kalifornische Boxkommission ursprünglich einen einheimischen Ringrichter eingeteilt. Nach massiven Protesten sahen die Kalifornier jedoch von ihrem Vorhaben ab und bestätigten Luis Pabon aus Puerto Rico als den dritten Mann im Ring. "Wir sind froh, alles rechtzeitig und noch vor der Abreise Anfang Mai geklärt zu haben", so Manager Wilfried Sauerland, der im letzten Jahr in die Hall of Fame aufgenommen wurde. "Jetzt freuen wir uns auf einen spannenden Kampf, in dem sehr, sehr viel auf dem Spiel steht. Arthur hat ohne Zweifel die Power, um Ward zu besiegen. Dazu muss aber der Arthur im Ring stehen, der damals mit doppelt gebrochenem Kiefer seinen WM-Gürtel verteidigt hat."
Abraham freut sich auf Samstag. "Das Turnier hat für mich gut begonnen und es wird auch gut enden", verriet er den zahlreichen Journalisten. "Ich bin nach Amerika gereist, um einen großen Sieg zu erringen." Die ellenlangen Ausführungen des Ward-Trainers nahm der 31-jährige Deutsche gelassen zur Kenntnis. "Was er sagt, interessiert mich überhaupt nicht. Das ist typisch amerikanisch, hier wird immer viel geredet. Statt große Reden zu schwingen, lasse ich lieber im Ring Taten folgen. Und am Samstag werde ich viele Leute überraschen."
Einen Abraham in Topform erwartet auch Andre Ward: "Er ist sehr stark. Ich bin auf einen harten Kampf eingestellt. Das ist genau die Art von Kampf, die ich gewinnen muss, um ein ganz Großer zu werden. Von meiner Seite gibt es nicht viel zu sagen. Ich habe mich so vorbereitet, wie sich ein Champion vorbereiten muss. Ich bin bereit."
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