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Samstag, 2010-05-29

Schulz muss gegen stärkere Gegner ran!

Schulz boxt am 5. Juni (Fotos: Photo Wende, Winfried Mausolf und SE)

Siebter Sieg soll her - in Neubrandenburg gegen den 32-jährigen Groenewald

Sechsmal stand Lukas Schulz bisher als Profi im Ring - sechsmal verließ er dabei das Seilgeviert als Sieger. Der Schützling von Trainer Karsten Röwer gilt als jemand, der akribisch an der Verbesserung seiner Fertigkeiten arbeitet - als ein Kämpfer, der es ganz nach oben schaffen will. Doch um diese Ambitionen zu untermauern, muss der inzwischen 29-Jährige jetzt gegen stärkere Gegner ran. In Neubrandenburg trifft er am 5. Juni auf Ruben Groenewald (34 Kämpfe; 23 Siege, 3 Unentschieden). Der Südafrikaner war immerhin schon Mittelgewichts-Champion der eher unbedeutenden Weltverbände WBF und WBU.

"Er ist ein erfahrener Mann, der beispielsweise schon mit starken Leuten wie Alexander Frenkel, Carl Froch und Danilo Häußler im Ring stand. Für das Cruisergewicht ist er recht klein. Daher setzt er auf seine Schwinger. Doch die sind gefährlich", sagt Schulz über den 32-jährigen Gegner. Nachdem er zuletzt am 24. April im dänischen Herning im Ring gestanden und dort den Ungarn Viktor Szalai durch K.o. in Runde drei besiegt hatte, bereitete er sich im Trainingslager in Güstrow auf seinen Kampf vor. "Zunächst lief es nicht so gut. Ich war erkältet. Doch ich habe trotzdem intensiv trainiert. Und schließlich wurde dann noch alles gut."

Schulz, der im Jahr 2008 im bayerischen Straubing bei den Amateuren Deutscher Meister im Schwergewicht geworden war, wechselte erst im letzten Jahr zu den Profis. Doch er entschied sich nicht dafür, vor der eigenen Haustür in Hamburg zu boxen, sondern er stieg für das Berliner Sauerland-Team in den Ring. "Der inzwischen verstorbene Schauspieler Gerhard Hartig, der für mich wie ein Großvater war und mich viele Jahre förderte, sagte immer zu mir, ich solle zu Wilfried Sauerland gehen. Mir waren seine Meinung und sein Rat sehr wichtig. Deshalb hielt ich mich an das, was er mir vor seinem Tod mit auf den Weg gegeben hatte."

Schulz hat längst in Berlin eine eigene Wohnung gefunden. "Ich bin ein Typ, der seine eigenen vier Wände haben muss", so der Cruisergewichtler. Inzwischen trainiert er seit einem Jahr im Profibereich. Da ist es durchaus an der Zeit, ein Resümee der ersten zwölf Monate zu ziehen. "Ich habe nach wie vor riesigen Spaß am Boxen. Da wird alles gefordert: Reflexe, Schnelligkeit, Schlagkraft, Physis, Erfahrung und Psychologie - daran hat sich nichts geändert", sagt er. "Es war immer mein Traum, als Profi zu boxen. Ich wusste, dass es nicht einfach wird. Doch ein Sportler muss natürlich mit seinen Aufgaben wachsen."

Schulz fährt fort: "Auf jeden Fall habe ich gelernt, dass ich keinen Gegner auf die leichte Schulter nehmen darf. Das ist mir einmal passiert, da musste ich gleich zu Boden. Egal wie leicht ein Kampf auch scheint, ich muss immer voll und ganz bei der Sache sein." Auch die Entscheidung, bei Karsten Röwer zu trainieren, bereut er keinesfalls. "Das Training bei ihm ist hart. Aber ich fühle mich bei ihm gut aufgehoben. Er ist jemand, der merkt, wenn sich ein Sportler nicht wohlfühlt. Er versteht es, auf mich einzugehen. Dabei ist er nicht nachgiebig. Man könnte sagen, er arbeitet mit Zuckerbrot und Peitsche."

Eintrittskarten für die Boxgala am 5. Juni sind über die Tickethotline 01805 / 57 00 44 (€ 0,14 / min, Mobilfunkpreise max. € 0,42 / min) und bei www.eventim.de erhältlich.